Borreliose, FSME und andere Erkrankungen durch Zecken...

12.04.2011 14:30

Liebe Leserin, lieber Leser,

der Frühling ist da. Und mit dem Frühling beginnt auch die Freiluft-Saison. Die Temperaturen steigen und die Menschen strömen ins freie und auf Felder und Wiesen. Doch damit der Aufenthalt im Grünen nicht zum Fiasko wird und später zu gesundheitlichen Schäden führt, sollten Sie einige Verhaltensregeln beachten.

 

Denn mit steigenden Temperaturen steigt auch der Appetit der achtbeinigen Mitbewohner der Auen und Wiesenlandschaften und der Wälder auf eine Blutmahlzeit wieder an. Die Zecken überstehen auch härteste Winter mit Temperaturen von -25°C ohne weiteres. Und das ein Zeckenstich nicht ohne Folge bleibem muss zeigen die rund 100.000 Neuerkrankungen durch Borreliose in Deutschland, die entgegen der Meinung der Laien in ganz Deutschland und Europa endemisch auftritt - im Gegensatz zur FSME (Frühsommer-Meningoencephalitis).

Gegen letztere virale Erkrankung gibt es einen Impfstoff, der sich vor allem für all jene empfiehlt, die beruflich oder auch privat sich in endemischen Gebieten der FSME aufhalten. Beachten Sie, dass eine FSME-Impfung aber nicht gegen Infektionen durch anderen Zeckenerreger schützt, wie z.B. Borrellien, Anaplasmen, Babesien, Rickettsien und vielen mehr. Die zuletzt genannten Erreger kommen in ganz Europa vor. Borrelien findet man auch in Zecken in den nördlichen Staaten der EU, wie Norwegen oder Schweden.

 

Prävention ist das beste Mittel gegen eine Infektion mit Krankheitserregern, die durch Zecken übertragen werden.

 

Bringen Sie ihren Kindern den richtigen Umgang mit Zecken bei. Dazu gehört das Absuchen des gesamten Körpers nachjedem Aufenthalt im Grünen. Hilfreich ist bei Aufenthalt im Freien auch das Tragen von heller Kleidung, um die achteibeinigen Schmarotzer zu erkennen, ehe diese sich am Menschen zu schaffen machten und ihn möglicherweise mit entsprechenden Krankheitserregern infiziert.

Antizeckenmittel, die auf die Haut aufgetragen werden bieten für einige Stunden einen relativen Schutz, aber keinen absoluten Schutz. Das Absuchen des Körpers bleibt obligat - egal ob Zeckenschutzmittel aufgetragen wurden, oder nicht.

Sollte ein Zeckenbiss erfolgt sein, so entfernen sie die Zecke fachgerecht. Keinesfalls, sollten sie die Zecke dabei Quetschen oder mit Klebstoff oder anderen Mitteln ärgern. Suchen Sie nach Möglichkeit einen fachkundigen Arzt auf und lassen sie sich dort weiterbehandeln. Die entfernte Zecke kann ggf. auf Krankheitserreger hin untersucht werden, was aber nicht von den Krankenkassen bezahlt wird. In Abhängigkeit von der Saugdauer und des Gesundheitszustandes des Patienten kann ggf. eine sogenannte Postexpositionsprophylaxe erwogen werden. Dies gilt insbesondere für den Fall dass in der Zecke entsprechende Krankheitserreger und Bakterien nachgewiesen worden sind.